Hundebetreuer-in :: Hundebetreuung :: Hundeerziehung :: Loben, aber wie?

Worauf es ankommt

Der Mensch spart häufig am falschen Ende

Es ist erstaunlich, mit welcher Konsequenz der Mensch an Lob spart, aber nicht an Kritik, Strafe oder Tadel. Die Fähigkeit, aufrichtige Anerkennung zu zeigen, scheinen fast nur gute Führungskräfte in Unternehmen in Perfektion zu beherrschen. Dabei gehören Lob und Tadel zu den wichtigsten Instrumenten der Hundeerziehung. Zur richtigen Zeit in richtiger Menge eingesetzt, führen sie schliesslich zum Erfolg und festigen ihre Position als Rudelchef.

Zugegeben, nicht jeder von uns ist eine gute Führungskraft, aber als Hundehalter sind sie, sofern ihnen etwas am Wohlbefinden ihres Hundes und seiner artgerechten Hundehaltung liegt, Teil einer Hierarchie in der Rudelstruktur ihres Hundes, in welchem sie idealerweise das höchste Amt bekleiden. Im Grunde ganicht so schwer wenn man einige Regeln beherzigt.

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Das richtige Timing

Der Hund hat eine simple Methode Dinge zu lernen

Verknüpft er mit seiner Handlung oder seinem Verhalten eine positive Erfahrung, wird der Hund zukünftig genau diese Handlung oder dieses Verhalten anstreben, dessen Intensität mit jeder weiteren positiven Erfahrung, beispielsweise durch Futterbelohnung, steigt. Genauso wird er ein Verhalten oder eine Handlung unterlassen, wenn es für ihn absehbar ist, dass darauf eine negative Erfahrung folgt.

In beiden Fällen muss die jeweilige Erfahrung zeitgleich mit dem Verhalten erfolgen.

WICHTIG ist in beiden Fällen auf die Verhältnismässigkeit zu achten. Jegliche Form von Gewalt, ob körperlicher oder seelischer Art hat hier nichts verloren! Interessieren sie bessere und artgerechte Alternativen? Hundebetreuer Murat Karakaya aus Berlin zeigt ihnen effektive und artgerechte Methoden. Hier gehts zum Kontakt

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Der richtige Tonfall

Hunde verständigen sich über die Körpersprache (Mimik, Gestik und taktile Kommunikation, d.h. durch Berührung), Gerüche, Geschmäcker und Laute.

Die zu vermittelnde Information ist unter Hunden sehr klar und eindeutig. Anders als bei uns Menschen. Typischerweise kann man oft erleben, dass ein unerwünschtes Hundeverhalten mit Missfallen durch den Hundehalter quittiert wird und wenn der Hund dann im direkten Anschluss etwas richtig macht, wird er gelobt, wobei jedoch ganz klar noch die (Rest-)Wut des Hundehalters in der Stimme deutlich vernehmbar ist, etwa wie ein "So ist fein!" im Militärton.

Das ist ein typisches Beispiel dafür, dass diese Hundehalter es durchaus gutmeinen und auch aktiv versuchen Anerkennung durch Lob auszusprechen, wenn der Hund ein gewünschtes Verhalten zeigt, aber es kommt einfach nicht beim Hund an, weil die Frust mitschwingt und der negative Tonfall in der Stimme alles zunichte macht. Auch als Hundehalter sollte man bedenken, dass nur ernstgemeintes, aufrichtiges Lob wirklich ankommt und seine Wirkung zeigt. Machen sie richtig Party, wenn ihr Hund was gut macht. Stellen sie sich meinetwegen vor, sie tanzen irgendwo besoffen auf den Tischen. Klingt albern? Egal! Hauptsache ist, sie bringen gute Laune rüber - wie sie sich in diese Stimmung versetzen, spielt keine Rolle.

Hüten sie sich vor Monotonie! Der Hund soll motiviert, bestärkt und seine Leistung belohnt werden, denn auch hier gilt: Der Ton macht die Musik!

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Die richtige Wortwahl

Wer einmal erlebt hat, dass der Hund sich hinsetzt, wenn er "Shit" sagt, wird wissen, was ich meine

Bei einigen Hundehaltern steht es derzeit hoch im Kurs, Kommandos in englischer Sprache zu lernen. Das ist ja auch in Ordnung, Geschmacksache und dem Hund sowieso egal. Er lernt "Sitz", "Sit" und im Zweifelsfall hat "Shit" eben die gleiche Bedeutung. Wer mit dem Hund Sichtzeichen übt, ist hier klar im Vorteil.

"Nein" und "Fein" klingen auch ähnlich, obwohl sie in ganz gegensätzlichen Situationen zum Einsatz kommen. Das birgt die Gefahr, dass der Hund unnötig verunsichert wird. Besser wären als Lob: "Gut gemacht" oder "Prima, toller Hund", "Toll gemacht", "Klasse!" etc. Wörter die eben komplett anders klingen als: "Pfui", "Aus" oder "Nein!"

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Die richtige "Währung"

Hunde sind Geschäftsleute

Sie prüfen ständig, was sie für das, was sie leisten sollen, bekommen. Wie stark ein Hund zu einer Aufgabe motivierbar ist, hängt zu einem nicht unerheblichen Teil an der Art und Qualität der Belohnung ab, die dem Hund für die Erledigung der Aufgabe in Aussicht gestellt wird.

Arten der Belohnung

  • Belohnung durch Futter
  • Belohnung durch Streicheln
  • Belohnung durch verbalem Lob
  • Belohnung durch Spiel oder Spielzeug

Wer einen Hund besitzt, weiss in der Regel, worauf sein Hund am besten anspricht. Manche Hundehalter und Hundetrainer vertreten die Ansicht, der Hund müsse so konditionert werden, dass es ausreicht, wenn man den Hund streichelnd oder verbal lobt, da man nicht immer ein Leckerlie oder Hundespielzeug zur Hand hat.

Wenn wir anfangen, den Hund als Individuum zu sehen, dann verstehen wir auch, dass jeder Hund auf verschiedene Arten der Belohnung unterschiedlich stark reagiert, meine Hündin z.B. zeigt im Gegensatz zu meinem Rüden, kein Interesse für Bälle, dafür liebt sie Tannenzapfen. Natürlich mögen meine Hunde auch Trockenfutter-Leckerlies, aber wenn sie die Wahl haben zwischen Trockenfutter und Frischfleisch, dann lassen sie nicht nur das Trockenfutter, sondern auch alles weitere links liegen, um an das begehrte Frischfleisch zu kommen. Wie gesagt, Hunde sind Geschäftsleute. Machen sie mit ihrem Hund einen guten Deal!

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Die Macht der Wiederholung

Der Hund wird gerufen, aber er reagiert nicht auf seinen Hundehalter. Am Gehör des Hundes wird es nicht liegen

Nicht wenige Hundehalter neigen zu Wutausbrüchen, weil der Hund sie in dem Augenblick des Heranrufens ignoriert. Vorher noch hier schnuppern und da markieren. Dieses Verhalten wird im Laufe der Zeit zur Geduldsprobe beim Hundehalter und die aufgestaute Frustration entlädt sich in einem Gebrüll, weil selbst rational denkende Menschen dann plötzlich glauben, der Hund reagiere dann besser, weil er ein lauteres Kommando besser hört.

Die traurige Wahrheit aber ist, dass der Hund hier aus Angst folgt und nicht etwa aus Freude. Irgendwann fängt der Hund an, Meideverhalten zu zeigen, was widerum dazu führt, dass er angebrüllt wird. Ein Teufelskreis beginnt... 

Wenn der Hund nicht augenblicklich reagiert, liegt es

  • nicht daran, dass er seinen Hundehalter nicht respektiert oder
  • seinen Rang im Rudel oder Alphastatus infrage stellt, oder
  • der Hundebesitzer etwa ein Dominanzproblem hat,

sondern schlicht und einfach daran, dass der Hund in dem Augenblick etwas anderes interessanter findet.

Es gilt also das Interesse und die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich zu lenken. Jeder Hund hat "seinen Preis" (Käse? Salami? Frischfleisch, Spielzeug? etc)

Im nächsten Schritt geht es an die Wiederholung der Übungen. Ich übe das Heranrufen etwa 25 mal am Tag, zunächst ohne und nach und nach unter verschiedenen Ablenkungen. Je konsequenter man an diesem Tagesziel arbeitet, desto besser wird das Ergebnis. Und dann klappt es auch ohne Leckerli!

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Richtig loben - Tabus, Irrtümer und veraltete Methoden

Lob und Tadel sind elementare Bestandteile der Hundeerziehung.

Verzichtet man auf Tadel, so verzichtet man auf Korrektur. Der Hund lernt dadurch nicht was er NICHT darf. Diese antiautoritäre Form der Hundeerziehung ist daher abzulehnen. Tadeln hat auch nichts mit Gewaltanwendung zu tun. Ein Nein mit entsprechender Ernsthaftigkeit in der Stimme hat noch keinem Hund wehgetan, allerdings: Lob motiviert wesentlich stärker, als Tadel, daher ist unbedingt darauf zu achten, dass nach einer Korrektur, der Hund bei erfolgreichem Ausführen einer Übung auch wieder richtig schön gelobt wird. Diskussscheiben, mit Steinen gefüllte Dosen, Wasserpistolen o.ä. um den Hund bei unerwünschtem Verhalten zu erschrecken, sollten keine Anwendung finden, denn

  1. Der Hund hat in der Regel ein weiteres Gesichtsfeld als der Mensch. Er sieht wo die Dose, die Diskusscheibe oder der Wasserstrahl herkommt.
  2. Der Hund hört um ein vielfaches besser als der Mensch. Er hört, wo die Dose, die Diskussscheiben, Wasserstrahl oder sonstige Mittel der Bestrafung herkommen (Er hört diese Dinge ohnehin an ihrem Körper herumklimpern, während sie auf Gassitour sind)

Der Hund hat ausgezeichnete Sinne. Halten sie ihn nicht für dumm!

Erstaunt? Hundebetreuer Murat Karakaya aus Berlin zeigt ihnen weitere verblüffende Erkenntnisse aus der Sinneswelt der Hunde. Hier gehts zum Kontakt

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